The Making of

Das große Buch zur eigenen Stadt

Gedichtet, gemalt und gestaltet. Hamburg in Wort und Bild. Von Altona und Altengamme bis Winterhude und Wilhelmsburg. Heiter, hart und herzlich. 55 Kunststücke aus drei verschiedenen Blickwinkeln. Großstadtartig! Von Andreas Greve, Alltagsdichter aus Ottensen. Von Til Mette, Cartoonist und Maler aus Iserbrook. Von Michel Löwenherz aus Rotherbaum.

Sie selbst schreiben in ihrem Vorwort mit dem Titel „Drei am Werk“: „Über den Tellerrand hatten wir – Greve, Mette und Löwenherz – bereits ausgiebig geschaut, jetzt wollten wir wissen, wie der Teller selbst aussieht: Hamburg also. – Jeder für sich, zu zweit oder alle drei sind wir herumgefahren, gelaufen und flaniert. Ob beim türkischen Bäcker in Billstedt oder auf der Suche nach der wahren Mitte des Alstertals. Der raue Charme von Winterhude wehte uns an, ein kurzes Gefühl von Landpartie lag in der Luft zwischen Niendorf und Schnelsen. Nur Neuwerk kam unbesucht ins Buch. Mancher Name selbst schon nah an Poesie: Altengamme, Wittenbergen, Uhlenhorst, Dulsberg, HafenCity. Nein, letzterer natürlich nicht. Wir leben gern hier. Aber Liebe braucht nicht blind zu machen.“

So kamen 55 Kunststücke gereimt und gemalt in DAS GROSSE BUCH ZUR EIGENEN STADT. Es finden sich darin Beschreibungen und Anmalungen von (neben den schon genannten Orten, der dem das) Innenstadt, Eilbek, Alstertal, Iserbrook, Barmbek, Hoheluft, Bahrenfeld, Eppendorf, Stellingen, St. Pauli, Hafenrand, Heimfeld, Blankenese, Speicherstadt, Grindel, Ottensen, Billbrook, Wandsbek, Harburg, Finkenwerder, Neustadt, Karoviertel, Hafenkante, Landungsbrücken, Altona-Nord, Altona-Altstadt, Altonas neue Mitte, Billwerder, Elbtunnel, Lurup, Containerhafen, Pöseldorf, Eimsbüttel, St. Georg, Alster, Volksdorf, Ohlsdorf, Rahlstedt, Hammerbrook, Othmarschen, Billstedt, Schanzenviertel, Isemarkt, Osdorfer Born, Bergedorf, Eigentor … also nicht nur von Stadtteilen, sondern von Orten in Hamburg, Situationen, Befindlichkeiten, Vorgefundenheiten, Fantasien, Kommentaren, Anmerkungen. Von Hamburgern für Hamburgerinnen und Hamburgern. Und ihre Gästen.

Die drei Verursacher und Autoren haben es oben schon beschrieben, aber noch einmal nachgehakt: Wie ging das vonstatten? Michel Löwenherz befiel angesichts so manches Hamburg-Büchertisches die Idee, das da etwas fehlt. Etwas Authentisches, „Ungeklontes“ (wie später Bill Ramsey zum Buch anmerkte), Echtes. Echt Hamburg eben. Der Teller selbst. Er wandte sich an Andreas Greve und Til Mette, die beide zusagten. Und loslegten. Nicht lange, und Andreas Greve warf den Reimomaten an und überfiel zweitäglich seine Mitstreiter mit Entwürfen, Aufgeschnapptem, Fastschonfertigem. Übersicht musste her, Orientierung. Wovon handeln? Was beschreiben? Sie gingen und wandelten (wie oben schon beschrieben). Fanden ihr Konzept – nicht Stadtteile, sondern Orte. Und Til Mette legte los: Bild um Bild. 55-mal. Manchmal übermalt. Manchmal verworfen. Zu guter Letzt konnte Michel Löwenherz selbst loslegen: in bewährtem Stempeldruck, zugespitztem, öffnendem, Pointen setzendem Layout. Der Verleger mischte sich in alles ein. Gemeinsam fanden die vier – waren die drei Musketiere nicht auch vier? – die Abfolge von Texten und Bildern im Buch. Das Äußere wurde festgelegt, eckig, pappig, das Papier gemeinsam ausgesucht, denn das Buch sollte gut in der Hand liegen – ein Schmuckstück. Zu einem Volkspreis: 20 €.

Jetzt ist das Buch da. Es wird präsentiert. Die Buchhandlungen haben es – auch signiert (von allen dreien). Der Dichter steht auf den Märkten mit seiner Librette und liest daraus vor. Die Musketiere sind einladbar an die vielen Orte, die im Buch vorkommen. Und gesprächsbereit zu Hamburg, ihrer Stadt.