Die Führungsakademie der Bundeswehr

»Im Sommer ist das Klima in Hamburg für derartige Lehrgänge wesentlich erträglicher.« Mit diesen Worten warb die Freie und Hansestadt Hamburg 1957 darum, Zentrum für die Ausbildung zukünftiger Offiziere im Generalstabsdienst der Bundeswehr zu werden. Es sei einmal dahingestellt, ob dieses Argument am Ende ausschlaggebend dafür gewesen ist, dass die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) am 23. Oktober 1958 den Dienstbetrieb in Blankenese aufgenommen hat. Konkurrenten gab es damals genug. Heidelberg und Bad Ems rangen ebenfalls ernsthaft darum.

Die sechs Jahrzehnte währende Stationierung der höchsten militärischen Bildungseinrichtung der Bundeswehr in Hamburg bot im Jahr 2018 einen willkommenen Anlass, nicht nur der Frage nachzugehen, warum die FüAkBw ihren Platz hier gefunden hat. Diese Tatsache lud auch dazu ein, den historischen Ort etwas genauer zu erforschen, an dem nahezu alle Offiziere im Generalstabsdienst ihre zum Teil mehrjährige Ausbildung erhalten haben. So will diese Schrift zudem beitragen, einer interessierten Öffentlichkeit einen Einblick in die Geschichte dieses seit Jahrzehnten militärisch genutzten Geländes zu geben.

Die Führungsakademie der Bundeswehr verfügt als historischer Ort über eine höchst bemerkenswerte Qualität. Der hier belebte Raum führt uns über seine Gebäude in verschiedene Epochen der deutschen Geschichte, verbunden auch mit derjenigen von Hamburg und Blankenese. Ganz im Sinne von »Streifzügen« versucht diese Schrift mit Hilfe der hier sichtbaren Bauten als Vermittlungsinstanz einen Teil dessen, was sich auf diesem Gelände seit gut 100 Jahren zugetragen hat, etwas aufleben zu lassen. Dabei geht es nicht um eine Geschichte der Führungsakademie insgesamt oder um die Geschichte der Generalstabsausbildung der Bundeswehr, mit der die Führungsakademie beauftragt ist. Hier richtet sich der Blick vor allem auf die Anfangszeit der Akademie in Hamburg. Die Entwicklung des Geländes spiegelt zuweilen paradigmatisch auch die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts wider.

Wohl aber ist im Sinne des Bildungsauftrages der Akademie beabsichtigt, das Wissen um die Historizität jenes Raumes zu heben, in dem wesentliche Grundlagen für die zukünftige Führungsgeneration der Bundeswehr gelegt werden. Damit kann auch generell die Kompetenz gehoben werden, Historisches bei aktuellen Problemlösungen mit zu berücksichtigen.