Abenteuer Segelschifffahrt

Die Reisen eines Schiffsjungen im 19. Jahrhundert

Es ging weit hinaus mit den holsteinischen Blankeneser Schiffen im 19. Jahrhundert. Natürlich waren sie aus Holz, was denn sonst? Und nicht zu vergleichen mit den heute gewohnten Schiffsgrößen. Es waren einfach verdammt kleine Schiffe für die Atlantikquerungen! Bootsbautechnisch zwar auf der Höhe der Zeit, aber eigentlich doch: zerbrechlich. Trotzdem war Südamerika ihr Ziel.

TOTGEGLAUBT

Blankeneser Schiffe, üblicherweise ohne viel Tiefgang, konnten südamerikanische Häfen weit oben in Flussmündungen anlaufen, Häfen, die anderen Transatlantikseglern nicht zugänglich waren. Ein großer Vorteil, der aber auch groteske Kosten hatte: Viele, viele Schiffe dieser Blankeneser Flotte blieben auf der Strecke, versanken auf dem Atlantik oder dem Pazifik, zerschellten an den Küsten Englands oder Chiles. Und mit ihnen ertranken ihre Besatzungen, Mann und Maus. In Blankenese warteten die Ehefrauen, die sich bald zu Witwen erklärten, um die Versicherungsprämien zu erhalten, ohne die sie ihre Familien nicht weiter durchbringen konnten.

Aus dieser Zeit großen Aufschwungs und großer Verluste in der Segelschifffahrt erzählt die historische Novelle TOTGEGLAUBT.

Ronald Holst gelingt eine hoch spannende Geschichte, er hält die Spannung aufrecht bis zur Rückkehr der COMET nach Blankenese – nach geschlagenen fünf Jahren. Und mit dem Schiff kehrt auch der Schiffsjunge Viet von Appen zurück von seiner ersten Fahrt. Immerhin, er hat überlebt! 14 Jahre war er bei der Ausfahrt alt, jetzt kehrt er als 19-Jähriger zurück. Und er hat viel gesehen: Ferne Länder, die See und den Himmel, Wellen, Wogen und die Gewalt des Meeres. Erlitten hat er Quälerei, Furcht und Angst in einer Männergesellschaft, deren Rohheit erst einmal zu beschreiben war. Ronald Holst ist dies meisterhaft gelungen. Sein Buch ist historisch-maritime Spannungsliteratur.

GERETTET

Diesmal heuert Viet von Appen an Bord des Auswandererschiffes CERES an. Die Reise führt ihn in die Weiten des Pazifiks und bis nach China. Doch die Rückreise wird dramatisch. Manchmal ist das Überleben schlimmer als der Tod ...

In GERETTET startet der frischernannte Steuermann auf neue große Fahrt. Die Bark CERES trampt auf der Ostroute.

Nachdem das Kap der Guten Hoffnung erreicht ist, geht die Fahrt weiter durch den Indischen Ozean und in den Pazifik. Die Frachträume sind belegt mit Auswanderern. Ihre Lage an Bord ist so erbärmlich, dass jeder Fünfte den Zielhafen nicht erreicht. Viet ist nicht einverstanden mit den Verhältnissen an Bord und der Schiffsführung durch Kapitän Külper.

Er wundert sich zudem über das zunehmende nautische Unvermögen des Kapitäns, für das er keine Erklärung weiß. Hinter Kap Hoorn führen die Entscheidungen des Kapitäns in dramatische Situationen. Soll Viet rebellieren um das Schiff zu retten?